Was erfährt man im ersten Abschnitt des Textes?
Aufgabe 4 (0–7)
Lesen Sie zwei Texte zum Thema Freundschaft und kreuzen Sie die jeweils richtige
Antwort (A, B, C oder D) an. Nur jeweils eine Antwort ist richtig.
Text 1
TAG DER FREUNDSCHAFT
Am 30. Juli jedes Jahres feiern wir den Internationalen Tag der Freundschaft.
Eine repräsentative Umfrage hat gezeigt, dass Freundschaft in Deutschland einen sehr hohen
Stellenwert hat. Wir stellen euch die wichtigsten Ergebnisse vor.
Erstens machen uns Freundschaften glücklich. Für jeden zweiten Deutschen ist Freundschaft
das Wichtigste im Leben. Freundschaften beeinflussen das Wohlbefinden positiv und
verlängern das Leben. Für fast jeden Dritten ist die Verbundenheit mit dem besten Freund
oder der besten Freundin sogar wichtiger als eine feste Partnerschaft: Er oder sie sagt, dass
eine zerbrochene Freundschaft schlimmer wäre als eine zerbrochene Liebe.
Freunde haben auch eine nicht zu unterschätzende Bedeutung für die Entwicklung unseres
Charakters. Knapp jeder Zweite ist sich dessen bewusst, dass er ohne den Einfluss seiner
Freunde heute ein anderer Mensch wäre. Fast ebenso viele geben dann auch an, dass sie mit
dem besten Freund oder der besten Freundin besser reden können als mit der Partnerin oder
dem Partner. Die Gespräche helfen ihnen, bei alltäglichen Entscheidungen die Wahl zu
treffen. Jeder fünfte Mann und jede dritte Frau bestätigten, bei der Wahl
der Hautpflegeprodukte auf die Empfehlung des Freundes oder der Freundin zu hören.
Bei der Wahl des Partners oder der Partnerin spielt die Meinung des besten Freundes oder
der Freundin allerdings nur eine untergeordnete Rolle. Im Allgemeinen werden Ratschläge
aus dem Freundeskreis zwar geschätzt, aber die wichtigsten Entscheidungen im Leben treffen
wir selbst.
Für die Mehrheit der Befragten ist Zuverlässigkeit von größter Bedeutung: Für den besten
Freund oder die beste Freundin lässt man alles stehen und liegen, wenn er oder sie denn
einmal Hilfe braucht. Fast drei Viertel der Deutschen verzichten auch problemlos auf etwas:
Steht ein Treffen mit einer Freundin oder einem Freund an, lassen die meisten dafür auch mal
das Sportprogramm ausfallen. Denn Freundschaften müssen gepflegt werden. Dabei kommt
es nicht immer auf ein wöchentliches Treffen an. Viele Deutsche empfinden
eine wöchentliche Kommunikation via Mail, Skype oder SMS als ausreichend. Bei jedem
Fünften stammt der beste Freund oder die beste Freundin aus Sandkastenzeiten – und das
in allen befragten Altersklassen, sprich: von 16 bis ins hohe Alter von 70 Jahren.
nach: www.forher.de
Strona 4 z 18 MND-1A
4.1 Was erfährt man im ersten Abschnitt des Textes?
A. Ohne echte Liebe kann man nicht glücklich sein.
B. Aus Freundschaft wird meist eine gute Partnerschaft.
C. Die Hälfte der Deutschen hält Freundschaft für prioritär.
D. Fast jeder Deutsche stellt die Freundschaft über die feste Partnerschaft.
4.2 Welche der folgenden Aussagen stimmt nicht mit dem Text überein?
A. Auf den Rat der Freunde wird nur in gewissem Maß Wert gelegt.
B. Freunde haben den größten Einfluss auf die Wahl des Lebenspartners.
C. Unsere persönlichen Eigenschaften werden oft durch Freunde geprägt.
D. Bei der Wahl der Kosmetika hören wir gern auf die Meinung der Freunde.
4.3 Was ist, den Befragten zufolge, am wichtigsten für eine gute Freundschaft?
A. Sich auf die Freunde verlassen zu können.
B. Gemeinsam Sportveranstaltungen zu besuchen.
C. Sich einmal in der Woche persönlich zu treffen.
D. Auf Freundschaften aus der Kindheit zurückzugreifen.
MND-1A Strona 5 z 18
Text 2
ZIRKUSMÄDCHEN
nach „Die hellen Tage“ von Zsuzsa Bank
Ich kenne Aja, seit ich denken kann. Ich habe kaum eine Erinnerung an eine Zeit vor ihr,
an ein Leben, in dem es sie nicht gegeben hat, keine Vorstellung, wie sie ausgesehen haben
könnten, Tage ohne Aja. Aja gefiel mir sofort. Sie sprach laut und deutlich und kannte Wörter
wie Wanderzirkus und Schellenkranz. _____ Zwischen anderen sah sie winzig aus, mit
ihren kleinen Händen und Füßen, und als müsse sie dem etwas entgegensetzen, sprach sie
in langen Sätzen, denen kaum jemand folgte, als wolle sie beweisen, dass sie laut reden
konnte, ohne Pause und ohne Fehler. Sie zog in dem Jahr zu uns, in dem für uns Kinder nichts
lustiger war, als unsere Namen rückwärts aufzusagen und uns laut Retep oder Itteb zu rufen.
Und Aja war einfach Aja.
Aja kam auf mich zu, wie Kinder das tun, ohne zu zögern, ohne Umstände, und sobald wir
unser erstes Spiel begonnen, unsere ersten Fragen gestellt hatten, verbrachten wir unsere Tage
miteinander, wie eine endlose Kette – Tag für Tag, und hielten jede Unterbrechung, mit
der andere uns trennten, für eine Zumutung. Wenn Aja zu mir kam, öffnete sie unser Hoftor
lautlos. Niemand konnte unser Tor lautlos öffnen und schließen, weil es ein großes Tor auf
Rollen war, das jeden Besuch vor den letzten Schritten zur Haustür ankündigte, und dessen
Geräusch wir bis unters Dach und bis in die hintersten Winkel des Gartens hören konnten.
_____ Nur Aja öffnete unser Tor so leise, dass es niemandem auffiel, auch nicht, dass sie
über den Hof lief, und ich wunderte mich, wie still sie sein, wie unbemerkt sie kommen und
gehen konnte.
Wir müssen uns im Sommer das erste Mal begegnet sein, im Sommer, der Aja umgab, als
gehöre er ihr, als gehörten sein Licht, sein Staub, seine langen hellen Abende ihr, und durch
den sie sich ohne Jacke und Schuhe, mit einem gelben Hut, den sie im Schrank ihrer Mutter
gefunden hatte, bewegte wie durch ein großes, lichtes Haus, dessen Zimmer ohne Türen
ineinanderliefen. _____ Wir umarmten uns schnell, wie Mädchen es häufig tun, auch
wenn es Aja sonst mit niemandem tat, auch später nicht, und wir ließen nicht mehr
voneinander, auch wenn ich nicht weiß, warum Aja ausgerechnet mich aussuchte, mich einlud
und in ihr Leben bat, ein Leben, das anders war als alles, was mir zuvor begegnet war, anders
als alles, was ich kannte, und das mir fern erschien, größer und weiter als meines, und sich
abspielte an einem Ort ohne Zeit und Grenzen.
Strona 6 z 18 MND-1A
Ich weiß nicht, was genau es war, das sie in meine Nähe drängte, an anderen vorbei zu mir
schob und an mich band, was es überhaupt sein kann, das uns dazu bringt, uns füreinander zu
entscheiden. _____ Sind wir bloß zusammengeblieben, weil auch später niemand kam,
der mich hätte ablösen können? Ich habe Aja nie danach gefragt, und heute spielt es keine
Rolle mehr. Heute sind wir immer noch die besten Freundinnen, die wir schon am ersten Tag
waren und wir suchen nicht nach Gründen. Es ist einfach so.
nach: www.perlentaucher.de
4.4 Wie nahm die Autorin Aja beim Kennenlernen wahr?
A. Ihr fiel die Sprechweise Ajas positiv auf.
B. Sie fand Aja zunächst alles andere als lustig.
C. Ajas Name bereitete ihr anfangs einige Probleme.
D. Ajas große Gliedmaßen sprangen der Autorin direkt ins Auge.
4.5 Wie verhielt sich Aja gegenüber der Autorin?
A. Sie traf sich täglich mit der Autorin.
B. Sie hatte zuerst Angst, mit der Autorin zu spielen.
C. Sie hat die Autorin nie tagsüber zu Hause besucht.
D. Sie wollte nicht auf die Fragen der Autorin antworten.
4.6 Im Text finden Sie vier (mit den Zahlen 1–4) markierte Lücken. In welche Lücke
passen die folgenden Sätze am besten?
Diese Anziehungskraft brachte uns jedenfalls zusammen. War es meine Art, über Wiesen
zu springen, einen Stein übers Wasser zu werfen, ein Lied zu singen, oder war es nur,
weil es sonst niemanden gab, der den Platz neben Aja hätte einnehmen können, in diesen
Tagen, an diesem Ort?
A. In Lücke Nr. .
B. In Lücke Nr. .
C. In Lücke Nr. .
D. In Lücke Nr. .
4.7 Wie wird die Freundschaft im Text dargestellt?
A. Als viel zu schnell vergehendes Glück.
B. Sie muss fortwährend hinterfragt werden.
C. Sie kann ohne ersichtlichen Grund bestehen.
D. Als immer wieder schwer zu erarbeitende Beziehung.
ÜBERTRAGEN SIE IHRE LÖSUNGEN IN DEN ANTWORTBOGEN!
MND-1A Strona 7 z 18